Insektengarten

10 klimafitte Sommerblüher

In meinem Garten blüht und summt es zur Zeit, dass es die reinste Freude ist. Daher möchte ich euch meine klimafitten und insektenfreundlichen Lieblingspflanzen nicht vorenthalten!

Was macht eine Pflanze klimafit?

Eine klimafitte Pflanze muss nicht unbedingt heimischen Ursprungs sein. Es gibt auch unter denen, die ursprünglich aus anderen Ländern kamen viele Gartenfavoriten, die alles bieten, um auch in Zukunft Freude zu machen. Wenn ihr überlegt eine neue Pflanze in euren Garten zu holen, solltet ihr folgende Dinge berücksichtigen:

  • Ist die Pflanze trockenheitsresistent und kommt sie mit wenig Wasser aus?
  • Ist sie robust und kann Sturm und anderen Extremwetterereignissen trotzen?
  • Welche Standortvorlieben hat die Pflanze? Braucht sie volle Sonne oder vielleicht Halbschatten?
  • Bietet sie Nahrung für Insekten und/oder Vögel?

Bei uns bläst immer häufiger sehr starker Wind, daher finde ich auch die Robustheit sehr wichtig. Solche extremen Bedingungen werden immer mehr und darunter leiden nun mal manche schönen Pflanzen mit dünnen Stängeln sehr. Der richtige Standort ist ebenfalls ein sehr wichtiger Faktor, wenn nicht der Wichtigste! Diese Erfahrung musste ich auch erst selber machen, aber nun freue ich mich sehr über üppige Funkien im Halbschatten und prächtige Echinacea im vollsonnigen Beet. In Sachen Hitze und Wasserverbrauch ist dickes Mulchen sehr wichtig, um die Verdunstung des Bodens zu minimieren.

Und jetzt kommen wir zu meinen Lieblingen, die hoffentlich bald auch bei euch einziehen dürfen:

Roter Sonnenhut / Echinacea

Der Rote Sonnenhut ist mein absoluter Liebling, vielleicht wird er deshalb mit jedem Jahr noch höher. Heuer erreicht er über 1m! Um diese Pflanze muss man sich nur 2x kümmern: 1x beim Pflanzen und 1x im Jahr beim Rückschnitt. Ich gieße ihn nur wenn es wirklich mal tagelang nicht geregnet hat. Seine Blüten sind Anziehungspunkt für Bienen, Hummeln und verschiedenste Schmetterlinge.

Ein Pfauenauge zu Besuch an meinen Echinacea

Gelbe Schafgarbe

Schafgarben wachsen auch in unseren Wiesen, die Gartenform gibt es in verschiedenen Farben. Sie ist sehr robust und zieht mit ihren Doldenblüten besonders viele der nützlichen Schwebfliegen an. Aber auch Bienen, Hummeln und Schmetterlinge mögen sie. Die Pflanze verträgt Vollsonne und ist auch sehr trockenheitsresistent. Auch hier muss man nur 1x im Jahr zur Gartenschere greifen und überlässt sie ansonsten sich selbst.

Kugeldistel

Die Kugeldistel ist mir sehr ans Herz gewachsen. Vielleicht weil mein Mann die ersten Pflänzchen fälschlicherweise als ‚Unkraut‘ herausgerissen hat und die Nachfolgerinnen von mir von Anfang an vor solchen Attacken beschützt wurden. Mittlerweile würde sie keiner mehr als Unkraut verdächtigen, so schön wie sie ihre runden Blüten in die Sonne reckt. Eine stattliche Pflanze mit zackigen Blättern und interessanten Blütenkugeln auf denen sich Insekten nur so tummeln! Eine standhafte Gartengefährtin die extremer Hitze die kalte Schulter zeigt.

Hummel und Biene teilen sich eine Kugeldistelblüte

Glockenblumen

Glockenblumen gibt es in verschiedensten Formen. Bei mir wächst die Polsterglockenblume an einem halbschattigen Platz. Der Hagel letzten Sommer hatte sie regelrecht niedergemetzelt. Es waren nur mehr Blattschnipsel übrig und ich war mir sicher, das war es jetzt mit meinen Glockenblumen. Doch bereits ein paar Wochen später trieben sie wieder kräftig aus und blüten sogar noch ein bisschen. Heuer haben sich schöne Polster voll mit Blüten gebildet, die eine hervorragende Hummel- und Bienenweide sind.

Wollziest

Am Abend hört man es schon von Weitem aus unserem Steingarten summen und brummen. Der Wollziest zieht zu dieser Tageszeit Hummeln magisch an und es ist eine Freude den fleißigen Sammlern bei ihrem Spätwerk zuzusehen. Diese Pflanze wächst an sehr kargen, sonnigen Standorten. Der Wollziest ist sehr ausbreitungsfreudig und muss daher 2x im Jahr kräftig zurückgeschnitten werden, ansonsten benötigt er aber keine Pflege und ist eine sehr dankbare, schöne Pflanze.

Eine Wildbiene im Wollziest-Pollenrausch

Lavendel

Bei dieser Pflanze habe ich gehadert, ob ich sie anführen soll. Ich muss nämlich gestehen, dass ich kein großer Lavendelfreund bin. Ich finde, dass er nur im ersten Jahr schön kompakt ausschaut, danach entwickelt er sich zu sperrigen verholzten Gebilden, die sich nur mit kräftigem Rückschnitt bändigen lassen. Lavendel fordert also schon ein gewisses Maß an Pflege. Wenn man den Rückschnitt auch nur ein Jahr vergessen hat, lässt er sich nicht mehr recht in Form bringen. Aber Lavendel ist wirklich DIE Bienenpflanze schlecht hin. Im Hochsommer sind die kleinen Sträucher voll mit den kleinen Brummern und dann habe auch ich wieder Freude an den schönen Lila Blütenstängeln.

Unser Lavendel ist Treffpunkt für Honigbienen

Oregano

An dieser Stelle ein dringender Appell: Lasst eure Kräuter blühen! Eigentlich alle mediterranen Kräuter sind hervorragende Insektenweiden. Besonders unser Oregano zieht unglaublich viele Schmetterlinge und Bienen an. Ein weiterer Vorteil: Oregano und andere Kräuter aus dem Süden vertragen extreme Hitze und Trockenheit. Nur Platz muss man Oregano genug einräumen, er wächst zu stattlichen Polstern heran.

Spirea

Die kleinen Spiersträucher wachsen auf unserer Böschung mit Blüten in Hellrosa und Magenta. Sie brauchen eigentlich keine Pflege. Ich schneide sie nicht einmal zurück und sie bleiben trotzdem schön und blühfreudig. Durch die buschige Wuchshöhe von ca. 50cm kommt kaum Unkraut durch und die Bodenverdunstung wird eingebremst.

Spirea mit schönen Magenta Blütendolden

Hibiskus

Wir haben eine kleine Hecke mit vier Hibiskuspflanzen. Sie werden ca. 2m groß und eignen sich für Hecken, die pflegeleicht und nicht zu hoch werden sollen. Man kann, aber muss sie nicht schneiden. Hibiskus liebt volle Sonne, verträgt Trockenperioden sehr gut und ist im allgemeinen sehr robust. Die Blüten werden gerne von Insekten besucht und im Herbst beobachte ich immer wieder Vögel an den Samenständen.

Sommerflieder

Eine Empfehlung mit Warnhinweis! Der Sommerflieder wird gerne Schmetterlingsstrauch genannt und auch bei uns ist er zur Zeit ein großer Anziehungspunkt für Schmetterlinge und Taubenschwänzchen. Er ist aber ein Neophyt, also eine invasive Pflanze aus dem Ausland. An Straßen und Wegesrändern sieht man häufig wild aufgegangene Pflanzen, die heimische Flora verdrängen. Daher ist es wichtig die verblüten Samenstände abzuschneiden und im Idealfall über den Restmüll zu entsorgen. Bei so einem Ausbreitungswillen brauche ich nicht zu erwähnen, dass er sehr genügsam ist.

Für dieses Foto musste ich nicht lange warten

Ich hoffe, bei meinen Empfehlungen sind welche für euch dabei. Mich würde interessieren, welche Blumen, Kräuter oder Sträucher bei euch besonders gut wachsen und extremem Wetter trotzen. Wo beobachtet ihr zur Zeit besonders viele Insekten? Hinterlasst gerne eure Kommentare!

2 Kommentare zu „10 klimafitte Sommerblüher“

  1. Danke für den schönen Text, Martina!! Hab zwar leider noch keinen Garten und muss noch mit Topfpflanzen auskommen (auch die machen mir meist viel Freude!! ;)), aber wenns mal so weit ist, greif ich auf deine Tipps und Pflanzen zurück!
    Das man die Kräuter blühen lassen soll, beruhigt mich! Bin relativ wenig daheim und habs deshalb sowieso blühen lassen 😉 Es heißt ja immer, dass der Geschmack dann abnimmt, oder?

    1. Martina Gadermeier
      Martina Gadermeier

      Kleine Sorten vom Sommerflieder oder Spirea machen sich auch in Töpfen gut;-) Super, dass du die Insekten bei deinen Kräutern mitnaschen lasst, auch wenn das eher unbewusst war^^ Stimmt, je nach Kräuterart verlieren sie während oder nach der Blüte an Geschmack. Ich mach es so, dass ich immer nur einen Teil ernte und den Rest blühen lasse. Oregano, Minze, Zitronenmelisse oder Schnittlauch werden ziemlich groß und da kann man ohnehin kaum alles verwerten.

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