Illustration eines Renault 5 E-Tech mit Elektromobilitätsplakaten in der Wiese

Nachbericht: Geladen mit Fakten und Praxis-Tipps – Unser Elektroauto-Abend

Am 23. Juni trafen wir uns gemeinsam mit einer feinen Gruppe von ~ 15 Personen in gemütlicher Atmosphäre im Apollo Mondsee zum brandheißen Thema: „E-Auto – Wenn nicht jetzt, wann dann?“. Zum Einstieg hielten die Inputgeber Volker Adamietz und Stephan Herschel einen kleinen Vortrag, um den aktuellen Stand der Elektromobilität zu beleuchten. Als langjährige E-Auto-Nutzer – beide sind bereits über 13 Jahre elektrisch unterwegs – teilten sie anschließend ihre wertvollen Praxiserfahrungen. Sie räumten mit Mythen auf und lieferten jede Menge spannende Infos und Tipps für den Kauf von neuen oder gebrauchten E-Autos. In lockerer Runde ging es auch um persönliche Erlebnisse, den aktuellen Boom auf den Straßen und natürlich um die brennenden Fragen rund um Kosten und Alltagstauglichkeit.


Der Blick in die Statistik – Zahlen, die Mut machen

Dass der Umstieg im vollen Gange ist, zeigt ein Blick auf die aktuellen Daten (Stand Mai 2026). Weltweit rollen bereits rund 75 Millionen Stromer über die Straßen – allen voran China mit fast der Hälfte aller Fahrzeuge.

Und bei uns in Österreich? Da schaut es richtig gut aus. Die Kurve zeigt steil nach oben:

  • 288.142 reine Elektroautos (BEV) sind mittlerweile zugelassen.
  • Zum Vergleich für die Wasserstoff-Gläubiger: H2-Pkws gibt es gerade einmal rund 80 Stück, was eindeutig zeigt, dass diese Technologie eine Sackgasse ist.
  • Allein im Jahr 2025 machten die Stromer stolze 21 % aller Neuzulassungen in Österreich aus.

Bestandszahlen Elektroautos weltweit und Österreich

Keine Angst vor der Ladesäule!

Ein großes Thema in der Runde war natürlich auch die Ladeinfrastruktur. Österreich sichert sich mit 35.904 Ladepunkten einen sehr guten 9. Platz im EU-Ranking. Europaweit knacken wir bei den öffentlichen Ladepunkten bald die 1,2-Millionen-Marke. Die „beliebte“ Reichweitenangst ist somit selbst bei der nächsten Urlaubsfahrt unbegründet. Das konnten sowohl Stephan und andere Teilnehmer:innen des Abends bestätigen, die allesamt schon viele elektrische Urlaubsfahrten erfolgreich absolviert haben.


Praxis-Tipps für den Ladealltag:

  • Kostenfallen umgehen: Beim öffentlichen Laden lohnt sich der Blick auf die Tarife. Achtet auf den Unterschied zwischen reinen kWh- und zeitbasierten Minutentarifen sowie auf Blockiergebühren.
  • Die Discounter-Formel: Wer beim Wocheneinkauf (z.B. bei Lidl) lädt, zahlt oft nur unschlagbare 19 Cent/kWh bei AC und 29 Cent/kWh bei DC
  • Urlaubsplanung leicht gemacht: Mit smarten Apps wie A Better Routeplanner (ABRP) verliert jede Fernreise ihren Schrecken. Die App plant Ladestopps perfekt nach Wetter, Topografie und Auslastung ein.


„E-Autos sind doch viel zu teuer!“ – Von wegen!

Mit diesem Vorurteil wurde gründlich aufgeräumt. Ein Citroën e-C3 startet (inkl. Boni) bereits ab € 16.990,-, gefolgt vom Fiat Grande Panda für € 17.990,-.

Richtig spannend wird es beim Kostenvergleich auf 100 km: Während man mit dem klassischen Benziner oder beim öffentlichen Laden unterwegs etwa € 10,- zahlt, fährt man mit Strom von Zuhause für gerade einmal € 4,00 ganze 100 km weit. Die Photovoltaik-Besitzer:innen steigen natürlich noch besser aus.

Auch der Gebrauchtwagenmarkt (z.B. auf Willhaben) wird immer attraktiver. Weil die Technik so schnell voranschreitet, bekommt man junge Gebrauchte oft zu extrem fairen Preisen.


Wichtigster Tipp beim Gebrauchtkauf:

Unbedingt einen Akku-Check (State of Health via ÖAMTC oder Aviloo) bei gebrauchten Elektroautos machen lassen und auf CCS-Schnellladefähigkeit achten! Chademo als Ladestecker hat ausgedient, genauso AC-Laden mit 43 kW (Renault Zoe). Auf der sicheren Seite ist man auch, wenn man den Fokus auf Automarken legt, die lange Garantiezeiten auf das gesamte Fahrzeug (nicht die Akku-Garantie) haben wie Kia, Peugeot, MG Electric und Toyota. Hierbei müssen aber die Service-Intervalle penibel eingehalten worden sein, dass der Käufer die Gebrauchtwagengarantie voll und ganz übernehmen kann.

Beispiele für günstige Elektroautos

Das Auto als Haushaltsstromspeicher (V2H & V2G)

Ein echter Ausblick in die Zukunft war das Thema bidirektionale Ladung, welches bei den Zuhörer:innen auf besonders großes Interesse stieß. Das Auto wird dabei zum mobilen Kraftwerk.

  • Vehicle-to-Home (V2H): Den Strom aus dem Elektroauto-Akku abends im Haus zu verbrauchen, ist in Österreich bereits rechtlich erlaubt und funktioniert auch mit speziellen Wallboxen einwandfrei. In Kombination mit dynamischen Stromtarifen (wie aWATTar oder Spotty) lädt das Auto automatisch, wenn der Strom günstig oder die eigene PV-Anlage voll ist und es gibt Strom ans Haus ab, wenn dieses welchen benötigt.
  • Vehicle-to-Grid (V2G): Die Rückspeisung ins öffentliche Netz zum Geldverdienen bleibt (vorerst) noch Vision. Zurzeit scheitert sie bei uns noch an den bürokratischen Prozessen der Österreichischen Netzbetreiber – Deutschland ist hier weiter. Hoffen wir auf baldige Besserung.

Elektroauto-Abend im Kaminzimmer vom Apollo

 

Es war ein rundum motivierender, und inspirierender Abend voller Praxis-Know-how und auch aktuellen Zahlen, die Mut machen. Vielen Dank an alle, die dabei waren und die anschließende Diskussionsrunde bereichert haben. Eines wurde jedenfalls schnell klar: Die E-Mobilität ist längst aus der Nische herausgewachsen und bereit für jede Garage. Das sahen sicher auch die meisten Teilnehmer:innen des Abends so, die großteils bereits schon auf den „Elektroauto-Zug“ aufgesprungen sind.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Cookie Consent mit Real Cookie Banner