Wie es zu Green Makes kam

Der Trigger-Moment

Zirka zweieinhalb Jahre ist es nun her, dass mich das Thema Klimawende gepackt hat. Damals bin ich gerade zum zweiten Mal Mama geworden und fühlte mich seligst mit allen Lebewesen verbunden, während ich mein Butzi im Arm schaukelte. Ein gemeinsames Mittagessen mit Freunden wurde in dieser Zeit zum Auslöser, mich näher mit dem Thema Klimawende zu befassen. Das Treffen fand kurz nach dem Auftritt von Greta Thunberg bei der UN-Vollversammlung statt, und ich weiß gar nicht mehr wie das Thema aufkam, aber unsere Freunde fühlten sich von einer damals 16-jährigen Schwedin offensichtlich persönlich angegriffen … wo sie doch eh immer die Milch vom Bauern ums Eck holen!

Gefühlt waren für mich die Forderungen der Fridays for Future berechtigt, aber ich wusste wenig darüber und begann zu recherchieren. Nach und nach passierte mir, was wohl vielen klimabewegten Menschen passiert: Ich fiel in ein tiefes Loch angesichts der wissenschaftlichen Prognosen über die Erderwärmung, Kippeffekte und der Erkenntnis, wie wenig wir bisher dagegen unternommen haben. Ich war schockiert darüber, wie wenig Raum das Thema in den Medien bekommt. Unsere Eltern und Großeltern konnten davon ausgehen, dass es ihre Kinder mal besser haben. Plötzlich begriff ich, dass das für meine Kinder mal nicht mehr gelten wird. Ganz im Gegenteil: wir werden uns in den nächsten gewaltig ins Zeug legen müssen, damit es ihnen mal annähernd so gut geht wie uns heute! Ungefähr zu der Zeit, als Donald Trump beschloss, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen, überlegte ich fieberhaft, wie ich in meinem kleinen Wirkraum bestmöglich dazu beitragen kann, dass wir die (Temperatur)Kurve vielleicht trotzdem noch kriegen! Jonathan Foers Buch „Wir sind das Klima“, eines von vielen, die ich zu dieser Zeit verschlungen habe, hat mir sehr überzeugend aufgezeigt, dass ich als Privatperson, Konsumentin und Wählerin doch viel bewegen kann. Nur wenn sich die Menschen ändern, werden sich Wirtschaft und Politik ändern. Angebot und Nachfrage.

Neujahrsvorsätze

Zu Silvester 2020 habe ich mir schließlich vorgenommen, mein Konsumverhalten in allen Bereichen auf möglichst nachhaltig umzustellen. Bald darauf kam Corona (was ich stoisch hinnahm, meine heile Welt ist eh grad erst zusammengebrochen) und Lockdown-bedingt fielen mir gewisse Umstellungen – vor allem WENIGER zu shoppen – plötzlich erstaunlich leicht. Andere Umstellungen gelingen mir bis heute mehr schlecht als recht – es haben in einem 4-köpfigen Haushalt ja schließlich auch noch andere ein Wörtchen mitzureden. Mein Mann Fritz findet mein neues Konsumverhalten oft befremdlich, mitunter sogar „militant“. Wahrscheinlich mute ich ihm mit all meinen veränderten Gewohnheiten manchmal viel zu. Er selbst setzt sich dafür umso leidenschaftlicher mit umweltfreundlichen Technologien auseinander und hat geschafft, dass wir trotz Einfamilienhaus einen unterdurchschnittlichen ökologischen Wohn-Fußabdruck erreichen. Über unsere privaten Öko-Erfolge und „Eco Fails“ (z.B. die Gelben SäckE vor der Tür, muss ich mehr dazu sagen???) werde ich euch einmal separat berichten. Was ich gelernt habe: nicht zu viel auf einmal vornehmen – und stetig dranbleiben.

Von der Idee zur Umsetzung mit der KEM

Der durch Lockdown und Karenz entschleunigte Alltag gab mir die Möglichkeit, weiter zu tüfteln, wie ich über meinen kleinen privaten Bereich hinaus aktiv werden kann. In mir wuchs der Wunsch, mich mit anderen zu vernetzen und auszutauschen. Im Sommer 2020 las ich in den OÖN, dass es im Mondseeland eine Klima- und Energiemodellregion gibt und beschloss, diese zu kontaktieren. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit der Mitarbeit? So habe ich schließlich die wunderbare Steffi Mayrhauser kennen gelernt, mitsamt ihrer Motivationskraft und ihrem Optimismus. Mit Steffis Unterstützung war die Idee zu Green Makes, ursprünglich geplant als einjährige Workshopreihe und Community, schnell geboren und umgesetzt.

Im November 2020 fand der erste Kick-Off Workshop statt und nach und nach entstand eine bunte, vielseitige Gruppe aus unterschiedlichen Leuten mit durchaus unterschiedlichen Zugängen zu dem Thema, was das Ganze natürlich erst spannend macht! Einige aus dieser Gruppe werden hier ebenfalls bloggen und stehen als Green Makes Peers für einen persönlichen Austausch, zum Beispiel zum Thema Garteln, nachhaltige Betriebsführung, Mobilität oder faire Mode zur Verfügung.

Gruppenbild beim virtuellen Kick-Off Workshop „Nochdocht“

Packen wir’s gemeinsam an

Mit Green Makes aktiv zu werden, Gleichgesinnte kennenzulernen, sich gegenseitig zu motivieren und voneinander zu lernen, lässt mich seither wieder viel positiver in die Zukunft blicken. Die Wahrscheinlichkeit, dass es uns Menschen gelingt, die Erderwärmung bald zu stabilisieren ist zwar in der Zwischenzeit nicht gerade größer geworden, aber der Menschheit ist doch schon viel Erstaunliches gelungen! Also wählen wir Green Makes den Optimismus! Und tragen unseren Teil dazu bei.

Was wir uns als Community in diesem Jahr wünschen: Mehr Leute zu erreichen und in unseren Austausch einzubinden. Denn, auch wenn die Gruppe wie gesagt sehr vielseitig ist, wir alle sind doch mehr oder weniger krasse „Ökos“ und das mag manche, die ein Interesse an dem Thema haben, abschrecken. Daher gibt es in Zukunft offene Stammtische, zu denen wir bewusst „Persönlichkeiten“ aus der Region einladen, die nicht so sehr mit dem Thema verbandelt sind. Also: schaut vorbei, checkt unsere Website und tretet, wenn ihr wollt, mit uns in Kontakt. Es gibt kein Muss und kein Soll, aber viele Ideen und Inspirationen von sympathischen, selbstkritischen und lustigen Mondseelandler*innen.

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